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Inge Hannemann: Die Hartz IV Diktatur: Eine Arbeitsvermittlerin klagt an

Die Autorin war einmal eine erfolgreiche Arbeitsvermittlerin in einem Hamburger Jobcenter. Dann wurde sie freigestellt, nachdem sie in einem offenen Brief an ihren Arbeitgeber – der Arbeitsagentur – auf die Hartz-IV-Missstände hinwies. Hier deckt die „Hartz-IV-Rebellin“ auf, was täglich in den Jobcentern geschieht und welche Tragödien dieses repressive System auslöst. Sanktionen gegen Menschen in Not, um sie in noch größere Not zu stürzen? Die Autorin beschreibt ein „inhumanes System, das nicht den Menschen, sondern der geschönten Statistik” dient. Sie klärt auch darüber auf, wie sehr dieses System dem sog. „Niedriglohnsektor“ nützt, weil immer mehr Menschen Arbeitsbedingungen akzeptieren, die sie früher als (zurecht) unannehmbar betrachtet hätten. Ein mutiges Buch über ein Thema, das leider viel zu wenig Öffentlichkeit aufweist.

Übrigens: Namensgebend für „Hartz IV“ ist Peter Hartz, Ex-VW-Manager, Berater unter Kanzler Schröder sowie Leiter der nach ihm benannten Kommission zur „Reform“ von Arbeitsmarkt und Sozialstaat – manche nennen es auch den brutalsten und menschenunwürdigsten Sozialabbau in der Geschichte der Bundesrepublik. Im Januar 2007 wurde Peter Hartz wegen Untreue und Begünstigung in Millionenhöhe zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe verurteilt.

Kostenlos ausleihbar in der Stadtbücherei Garching.